Definition Was ist Apple Intelligence?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 4 min Lesedauer

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Mit Apple Intelligence startet Apple eine neue Ära der Künstlichen Intelligenz auf iPhone, iPad, Mac und Vision Pro. Die intelligente Verzahnung von On-device- und serverbasierter Verarbeitung hebt KI-Features auf ein neues Niveau: persönlich, leistungsstark und sicher. Im Vergleich zu anderen Anbietern wie Microsoft oder Google setzt Apple konsequent auf Datenschutz und lokale Verarbeitung.

Apple Intelligence kombiniert lokale On-device-Modelle mit sicherer Cloud-Verarbeitung, um Funktionen wie Textgenerierung, Bildbearbeitung, intelligente Assistenz und erweiterte Siri-Interaktionen bereitzustellen. Dabei stehen Datenschutz und nahtlose Systemintegration im Fokus.(Bild:  Apple)
Apple Intelligence kombiniert lokale On-device-Modelle mit sicherer Cloud-Verarbeitung, um Funktionen wie Textgenerierung, Bildbearbeitung, intelligente Assistenz und erweiterte Siri-Interaktionen bereitzustellen. Dabei stehen Datenschutz und nahtlose Systemintegration im Fokus.
(Bild: Apple)

Apple Intelligence ist die neue Künstliche Intelligenz von Apple, die seit der WWDC 2024 offiziell vorgestellt wurde. Sie integriert KI-Funktionen direkt in iPhone, iPad, Mac und Vision Pro. Der Rollout begann mit iOS 18, iPadOS 18 und macOS Sequoia (macOS 15) zunächst in den USA. Seit dem 31. März 2025 ist Apple Intelligence auch in der EU verfügbar – inklusive Unterstützung für die deutsche Sprache.

Apple verfolgt dabei einen hybriden Ansatz: Rechenintensive Aufgaben übernimmt das cloudbasiertes KI-Modell ChatGPT von OpenAI, während viele Prozesse lokal auf den Geräten verarbeitet werden. Ziel ist eine leistungsfähige, zugleich datenschutzfreundliche KI-Integration in die Betriebssysteme.

Wie funktioniert Apple Intelligence?

Apple kombiniert On-device-Modelle mit einer privaten Cloud-Infrastruktur.

  • Lokal arbeitet ein kompaktes KI-Modell direkt auf dem Gerät. Diese Verarbeitung bietet höchste Datenschutzstandards – Daten verlassen das Gerät nicht, wenn es technisch möglich ist.
  • Komplexe Anfragen werden über Apple Private Cloud Compute bearbeitet – auf speziell entwickelter Apple-Hardware, Ende-zu-Ende verschlüsselt und laut Apple ohne Speicherung der Daten.
  • Optional können Nutzer die Integration von ChatGPT aktivieren. Anfragen an OpenAI werden dabei über verschleierte IP-Adressen weitergeleitet, um Anonymität zu wahren.

Technisch basieren beide Ansätze auf einem Basismodell, das über Adaptermodelle für spezifische Aufgaben erweitert wird.

Wie unterscheidet sich Apple Intelligence von anderen KI-Angeboten?

Im Vergleich zu KI-Diensten wie Microsoft Copilot oder Google Gemini verfolgt Apple einen konsequent anderen Ansatz:

  • Während Microsoft und Google stark auf serverbasierte Modelle setzen und Daten auf ihren eigenen Plattformen verarbeiten, legt Apple den Fokus auf eine möglichst lokale Verarbeitung direkt auf dem Endgerät.
  • Bei komplexeren Aufgaben kommt eine speziell abgesicherte Private-Cloud-Infrastruktur zum Einsatz, die Ende-zu-Ende verschlüsselt kommuniziert und laut Apple keine Nutzerdaten speichert.
  • Durch diese Architektur will Apple die Vorteile moderner KI mit einem Höchstmaß an Datenschutz und Transparenz kombinieren – ein Unterscheidungsmerkmal, das besonders im europäischen Markt zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Welche Funktionen bietet Apple Intelligence?

Mit Apple Intelligence hält eine ganze Reihe neuer Funktionen Einzug in die Apple-Betriebssysteme und in kompatible Geräte. Im Folgenden ein kurzer Überblick über einige diese Funktionen:

  • Intelligente Funktionen zum Schreiben, Bearbeiten und Zusammenfassen von Texten: zum Beispiel Umformulieren eines vorgegebenen Textes gemäß einer Stilvorgabe, Zusammenfassen von langen Texten, Tabellen oder Listen oder Korrigieren eines Textes hinsichtlich Rechtschreibung, Grammatik und Satzbau
  • Intelligente Funktionen für das Transkribieren von Audioaufnahmen und Telefonaten: zum Beispiel Erstellen von Notizen in Textform aus Telefonaten oder Audioaufnahmen, Zusammenfassen von Telefonaten
  • Intelligente Funktionen zum Erstellen, Bearbeiten und Suchen von Bildern und Fotos: zum Beispiel Erstellen von Bildern nach Anweisungen oder Beschreibungen (Image Playground), Umwandlung von Skizzen in fertige Bilder, Verändern des Bildstils, Bearbeiten von Fotos wie das Entfernen von störenden oder unerwünschten Objekten, intelligente Suche von Fotos oder Videos über natürliche Sprachbeschreibungen, Erstellung von individuellen Foto- oder Videorückblicken nach Beschreibung
  • Intelligente Kamerafunktionen: zum Beispiel für die erweiterte Informationssuche zu Orten oder Objekten in Kamerabildern per Apple Visual Intelligence
  • Intelligente Funktionen für die Arbeit mit E-Mails und Mitteilungen: zum Beispiel automatische Sortierung oder Hervorhebung von E-Mails nach Wichtigkeit, Generieren automatischer, Intelligenter Vorschläge für Antworten auf Nachrichten, Zusammenfassen von Mitteilungen, neuer Fokusmodus mit reduzierten Unterbrechungen durch als unwichtig eingestufte Nachrichten
  • Intelligente Funktionen für das Erstellen benutzerspezifischer Emojis: zum Beispiel Generieren von Emojis (Genmojis) für Textnachrichten aus eigenen Fotos oder nach Anweisung
  • Erweiterte Siri-Funktionalität und tiefere Systemintegration auf den Geräten: zum Beispiel umfassenderes Sprachverständnis und kontextbezogenes Verständnis von Fragen, natürlichere und flüssigere Unterhaltungen, Einbeziehung von ChatGPT für Antworten, Bearbeitung von Anfragen zum Bildschirminhalt
  • Systemweite ChatGPT-Integration und Nutzung kostenpflichtiger Funktionen für zahlende ChatGPT-Abonnenten: zum Beispiel für erweiterte KI-Funktionen in Schreibtools

Apple möchte den Funktionsumfang von Apple Intelligence kontinuierlich erweitern. Zahlreiche Funktionen sind in Planung wie die App-übergreifende Nutzung von Siri oder die Integration weiterer KI-Modelle anderer Hersteller als OpenAI.

Welche Geräte und Betriebssysteme unterstützen Apple Intelligence?

Um Apple Intelligence zu nutzen, sind hinsichtlich der Endgerätehardware und der Betriebssysteme einige Voraussetzungen zu erfüllen. Dadurch, dass ein Teil der KI-Funktionen lokal auf den Geräten ausgeführt wird, bestehen hinsichtlich der Rechenleistung, des Arbeitsspeichers und des Speicherplatzes recht hohe Anforderungen, die nur neuere Gerätegenerationen erfüllen:

iPhones:

  • iPhone 15 Pro (A17 Pro), iPhone 15 Pro Max (A17 Pro)
  • iPhone 16 (A18), iPhone 16e (A18), iPhone 16 Plus (A18), iPhone 16 Pro (A18 Pro), iPhone 16 Pro Max (A18 Pro)

iPads:

  • iPad Pro (M1 und neuer)
  • iPad Air (M1 und neuer)
  • iPad mini (A17 Pro)

Macs:

  • MacBook Air (M1 und neuer)
  • MacBook Pro (M1 und neuer)
  • iMac (M1 und neuer)
  • Mac mini (M1 und neuer)
  • Mac Studio (M1 Max und neuer)
  • Mac Pro (M2 Ultra)

Vision Pro:

  • visionOS 2.4 (englischsprachige Funktionen)

Betriebssystemanforderungen:

  • iOS 18.1 / iPadOS 18.1 / macOS Sequoia 15.1 oder neuer
  • Deutsche Sprachunterstützung ab iOS 18.4, iPadOS 18.4 und macOS Sequoia 15.4

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